Wie ich schon beim Kurzbericht zum Kurztrip nach München angedeutet habe, hat das Nachdenken über die Zukunft von Chemnitz bei mir zu einem Umdenken geführt. Es ist ja wirklich nicht so, dass die meisten Chemnitzer unglücklich sind mit ihrer Stadt. Im Gegenteil, die große Mehrheit scheint zufrieden zu sein. In einem demokratischen System ist es dann eben so, dass Minderheiten sich zu fügen haben. In diesem Sinne handeln GGG-Spitze, Stadtverwaltung und Parteien ganz richtig, wenn sie Werte wie Ordnung, Ruhe und Sicherheit in den Vordergrund stellen. Im Kommunalwahlkampf plakatierten NPD und Linke direkt nebeneinander mit ebenjenen Begriffen. Somit sind Versuche wie das Experimentelle Karrree oder die Belebung des Brühls Störfaktoren, die aus einer Verkennung der Mehrheitsverhältnisse resultieren.
Da in ganz Deutschland die Einwohnerzehl sinkt, können nicht alle Städte Gewinner im Kampf um junge Zuwanderer sein. Die fehlen dann woanders. Also ist dieses Wettrennen sinnlos. Chemnitz sollte endlich die offizielle Strategie der tatsächlichen Entwicklung anpassen und klar erklären, dass es das Paradies für kleinbürgerliche Lebensweisen ist (die nicht nur bei älteren Menschen vorkommen). Dann wissen alle, die da nicht reinpassen, unmissverständlich Bescheid, dass sie sich woanders einen Wohnsitz suchen sollten.