Unterhaltsames Fachbuch

Es ist schon eine Weile her, dass ich zuletzt von einem Buch begeistert war. Nun ist es wieder passiert mit Der Anthologist von Nicholson Baker. Bakers „Held“ und Ich-Erzähler Paul Chowder ist ein amerikanischer Dichter jenseits der 50, der noch auf den großen Durchbruch wartet. Nun hat er eine Anthologie zusammengestellt und muss das Vorwort dafür schreiben. Daran scheitert Chowder, der im „normalen Leben“ ein Chaot und Tolpatsch ist. Weiterlesen

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Groß und größer

Nicht nur die Bühne war beim Grand Slam of Saxony des Livelyrix-Vereins wieder mal in eine andere Richtung gedreht, auch die Zuschauerzahlen errreichten neue Marken. 800 dürften es wohl locker gewesen sein, die am Freitag in die Junge Garde im Dresdner Großen Garten kamen. Bald wird man ins nagelneue Dynamo-Stadion umziehen müssen. Gewonnen hat 2010 der Erfurter Nachwuchstheologe Bleu Broode vor Mark-Oliver Schuster und Thomas Jurisch. Glückwunsch!

Das blonde Putto da auf der Bühne ist Featured Poet Julius Fischer.

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Slammer in braun?

Aller paar Wochen schaue ich mal nach, was die Kameraden und (wenigen) Kameradinnen der Blauen Narzisse denn so Neues aufgeschrieben haben. Dabei stieß ich zunächst auf die geplante Ausschreibung eines Rilke-Jugendkultur-Preises zum Thema „Deutschland 2030 – Welcher Gedanke wird unsere Nation fesseln?“. Dabei solle junge deutsche Kultur gefördert werden. Gemäß der Strategie vieler Alt- und Neurechter heißt es im Aufruf: Wir müssen diesen Vorstoß wagen, um von der selbstreferentiellen Bauchnabelschau unseres Milieus loszukommen. Dieses „Milieu“ Weiterlesen

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Vertrauenserweckend

Oder ist das „K.“ die Abkürzung für „Kein“ ?

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Wieder in der Tube

Erneut darf ich in einem Youtube-Video eine Rolle spielen. Diesmal ist es aber ganz professionell gemacht von Binario Stern.

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Zocker

In einer Tageszeitung hatte ich gelesen, dass das neue Album von Prince namens 20TEN ausschließlich als Beilage zum Rolling Stone-Journal veröffentlicht wird. Obwohl ich noch nie Anhänger dieses Knaben war, habe ich mir heute im Bahnhofsbuchladen eben jene Ausgabe der Zeitschrift gekauft. Sogar die verschweißte Cellophanhülle werde ich an der CD dranlassen. Das dürfte den Preis steigern, wenn in Kürze bei Ebay gute Summem für das rare Teil geboten werden. Bald bin ich reich!

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Aus meinem Tagebuch der Moderne I

Wenige Stunden bevor gegen 1.30 Uhr der Anruf von meiner Frau aus Nowosibirsk kam, dass sie gut gelandet ist, habe ich mir nach mehr als zwanzig Jahren noch mal Elem Klimows bitteren Film „Abschied von Matjora“ angesehen. Da geht es um die Räumung eines sibirischen Dorfes, das in den Fluten eines Stausees verschwinden wird. Eigentlich geht es aber um die Fragwürdigkeit des sogenannten Fortschritts. „Wir verwandeln Matjora in Elektrizität!“ ruft der versoffene Dorfnarr aus.

Zugleich lese ich mit fast gleichem zeitlichen Abstand nochmals „Die Dialektik der Aufklärung“ von Horkheimer und Adorno. Kein Zufall. Als ich im Oktober einen Vortrag über die „Stadt der Moderne“ an der Chemnitzer TU halten sollte, wollte ich mir in der Bibliothek Überblicksliteratur zum Moderne-Begriff holen und staunte, dass es da nichts gibt. Wo Moderne oder auch Postmoderne betrachtet werden, dann immer aus einem ganz spezifischen Blickwinkel heraus. Nun lese ich schon seit Monaten dutzende Werke, um mir meine eigene Moderne-Definition zu basteln. Demnächst mehr in diesem Filmtheater.

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Knapp daneben

Da bin ich schon mal auf einem Youtube-Video zu sehen, und dann hat der Mensch an der Kamera offensichtlich keinen Blick für das Wesentliche gehabt. Oder gar nicht hingeguckt. Schade eigentlich.

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Heikle Dichtung

Seit Jahren schimpfe ich darüber, dass die zeitgenössische Dichtkunst für einen Normalkonsumenten elitär abgehoben, also weitgehend unverständlich, daherkommt. Nun bekam ich vom Herausgeber einen druckfrischen Band geschenkt, von dem man das nun überhaupt nicht behaupten kann, und wieder tue ich mich schwer mit einem uneingeschränkten Lob. Seit drei Wochen liegt Thomas Böhmes „Heikles Handwerk“ ausgelesen neben dem Computer, aber erst jetzt kann ich mich zu einer Stellungnahme durchringen.

Vom Leipziger Autor Böhme habe ich noch zwei Bücher im Schrank stehen, die schon zu DDR-Zeiten erschienen sind. Ich habe darin noch mal rumgeblättert und muss ihm eine gewisse Kontinuität in der Ausdrucksweise bescheinigen. Der neue Band nun vereint „66 Fallstudien“ in Form von Gedichten. Diese haben grundsätzlich 14 Zeilen, der Autor möchte sie aber auf keinen Fall als Sonette bezeichnet haben. Traditionsbewusstsein ist trotzdem nicht zu übersehen. Gelegentlich, aber ohne erkennbaren Grund für die Verteilung, kommen sogar Reime vor. Weiterlesen

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Schlaflos in Leipzig

Nicht dass es merklich kühler werden soll. Doch die Wahrscheinlichkeit, dass niemand mehr die Nächte durch grölt und tutet, lässt auf besseren Schlaf hoffen.

Hab kurz überlegt, ob ich diese Sentenez per Zeilenbrechung als Gedicht a la Erich Fried ausgebe, die Idee dann aber mangels Tiefgang verworfen. Diese Hitze!

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