Pi plus Pi gleich Pipi

Google macht die Nutzer ja immer häufiger mit einer superkreativen Logo-Umformung auf die Wichtigkeit des jeweiligen Tages aufmerksam. Dass am vorigen Montag auf den Internationalen Frauentag hingewiesen worden wäre, habe ich zwar nicht mitgekriegt, aber trotzdem meiner Frau Blumen geschenkt. Heute aber sagt mir Google, dass Pi-Tag ist. Was fang ich mit diesem Wissen an? Ich werde mich wohl gleich mal hinsetzen und die 3.456.769-te Stelle neu berechnen. Ich hab das Gefühl, die stimmt nicht …

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Andererseits

Schon vor mehreren Tagen (bzw. Nächten) sagte im Traum ein Mann zu mir: „Ich bin ganz anders als man denkt. Aber das wird jetzt anders.“ Seitdem grüble ich über die philosophischen und tiefenspychologischen Aspekte dieser Aussage und komme zu keinem richtigen Ergebnis. Träume können es einem machmal ganz schön schwer machen.

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Laterne boykottiert

Es gibt illegale Galerien der späten DDR-Zeit, die nach der Wende ihren Underground-Nimbus erfolgreich für eine Karriere auf dem nun ganz und gar offenen Markt nutzen konnten. Judy Lybkes Leipziger Eigen+Art ist das beste Beispiel dafür. Während Lybke aber ein sicheres Gespür für neue Talente und Trends hat, verwechselt die Chemnitzer Gruppe „Clara Mosch“ das ewige Ausstellen von Stasiakten mit Kunst. Dabei gab es in den 1980ern ebenda in Karl-Marx-Stadt eine weitere Ausstellungsfläche abseits des reglementierten Künstlerbundes. Andreas Schüller öffnete sein Atelier in einer Bruchbude an der Fritz-Reuter-Straße für befreundete Künstler, von denen manche heute auch überregional einen Namen haben. Natürlich schrieben auch darüber etliche IMs Berichte. Dass bislang trotzdem kaum jemand über diese eigentliche Szene hinaus Kenntnis davon hatte, liegt wohl an Schüllers Bescheidenheit und seinem Mangel an Vermarktungstalent. Nun widmet sich die Galerie Laterne diesem Stück lokaler Kunstgeschichte mit einer sehenswerten Ausstellung und einem ebenso guten Katalog. Dass der Name „Galerie Boykott“ ein nachträgliches Konstrukt ist, stört dabei überhaupt nicht.

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Zitat des (vorigen) Jahrtausends

Nichts belehrt und erhebt mehr zur Gottesfurcht und zum heiligen Dienst als Leben und Vorbild jener, die sich dem heiligen Amte geweiht haben. Sobald sie nämlich in einen Stand über den weltlichen Dingen erhoben sind, richten alle übrigen auf sie ihre Blicke wie auf einen Spiegel und nehmen sie zum Vorbild, dem sie nacheifern sollen. Daher müssen die Kleriker, denen es bestimmt ist, ihr Leben mit dem Herrn zu teilen, ihr Leben und ihr ganzes Verhalten so einrichten, daß sie in ihrer Kleidung, ihrem äußeren Auftreten, ihrem Handeln, ihren Reden und in allem Übrigen nichts als Ernsthaftigkeit, Zurückhaltung und der Religion Gemäßes an den Tag legen.

Erlass des Tridentinischen Konzils vom 17. September 1562

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Gut gewedelt

Angesichts unseres Weihnachtsgrußes kamen ja gleich zwei Kommentare, ob das bei Wag the Dog abgeguckt sei. Da ich mit diesem Filmtitel nichts anfangen konnte, war Udo Tiffert so nett, das Werk beim vorletzten Livelyrix-Slam mal mit nach Leipzig zu bringen. Unterdessen hat es die ganze Familie mit größtem Vergnügen angeschaut.

Jedem, der wie ich den Film noch nicht kannte, sei ein Gang in seine Videothek des Vertrauens empfohlen. Dustin Hoffman und Robert de Niro in den Hauptrollen inszenieren da einen Krieg gegen Albanien, um kurz vor der Wahl von einer sexuellen Verfehlung des US-Präsidenten abzulenken. Zwar findet der Krieg nur im Fernsehn statt, doch die sorgfältig inszenierte Massenhysterie erinnert ganz stark an reale Nachrichten aus Gottes eigenem Land. Wenn man das Produktionsjahr 1997 berücksichtigt, ist Wag the Dog geradezu prophetisch. Und so ganz nebenbei weiß ich nun eben auch, woher die seltsame Mode der Shoefitties stammt.

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Leuchtender Tag

Bisher hatte ich nur einmal das Erlebnis, dass ich spontan dachte: „Chemnitz ist schön!“. Das war vor vielen Jahren, als ich durch die Innenstadt von Offenbach am Main schlenderte. Heute gab es nun eine Parallelerfahrung: Wir waren in Wolfburg.

Für den Trip hatten wir uns den perfekten Tag ausgewählt – drei Stunden schlittern auf schneeglatter Autobahn, vorbei an kilometerlangen Staus in der Gegenrichtung. Aber die Ausstellung von James Turrell, unser eigentlicher Anlass der Reise, geht eben nur noch bis Anfang April und alle anderen Wochenenden sind ausgeplant.

Turrells Lichträume im Wolfsburger Kunstmuseum sind wirklich sehr beeindruckend (auch wenn es gern etwas mehr davon sein dürfte). Für mich ist das eines der ganz, ganz wenigen Beispiele, wie minimalistische Konzeptkunst gut sein kann und sich nicht in ewigem Durchkauen der gleichen uralten Gedankenblitze erschöpft.

Nach diesem inneren Leuchten dann die eingangs benannte Erleuchtung in der innerstädtischen Fußgängerzone von Wolfsburg. Übrigens stellten wir dann fest, dass die Turrell-Ausstellung bis Oktober verlängert worden ist.

Impression vom Wolfsburger Rathausplatz

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Zitat Ende

Über die Kunst des Abschreibens wird ja gerade heftig diskutiert, vor allem jenes ohne Quellenangabe. Doch auch bei korrekter Angabe der Vorlage kann man zu anderen Aussagen kommen als im Ursprungstext. Die in Chemnitz erscheinende Freie Presse macht es gerade vor. Gute Noten für Chemnitz ist ein Artikel überschrieben, in der ein Oldschool-Wirtschaftsforscher der Stadt bessere Entwicklungschancen als Dresden und Leipzig gibt. Weiterlesen →

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Käferfrei

Obwohl ich mit vollelektronischer Musik überhaupt nichts anfangen kann und meine Kenntnisse neuzeitlicher Kommunikationstechnologie eher oberflächlich sind, habe ich in den letzten Monaten mehrfach das Journal de:bug.elektronische lebensaspekte erworben, das sich im (zweiten) Untertitel auch Magazin für Musik, Medien, Kultur, Selbstbeherrschung nennt.

Gestern habe ich die Märzausgabe gekauft und während der Zugfahrt nach Chemnitz und zurück gleich konsumiert. Größtenteils zumindest. Die Plattenkritiken und Musikerporträts sind nun tatsächlich nicht meine Schiene. Aber es gibt ja auch einen großen thematischen Teil, der ist diesmal Weiterlesen →

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Schwarzblasen

Vielleicht 200 Leute waren es in Leipzig auf dem Markt, in anderen Städten Sachsens weitere, die in (überwiegend) schwarzer Kleidung Seifenblasen aufsteigen ließen. Gedacht war der Flashmob, der heute genau 16.16 Uhr startete, als Protest gegen die Kürzung der Jugendhilfe um pauschale drei Prozent im ganzen Freistaat seitens des Dresdener Sozialministeriums. Geplatzte Träume als Symbol – doch träumen kann in dieser Sparte schon lange keiner mehr.

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Schein und Sein

Beim kürzlich erfolgten Zusammentreffen mit einer mir noch unbekannten Person dachte ich zunächst: Ziemlich unscheinbar. Doch dann fielen mir markante Züge auf. Ist der Mensch nun scheinbar, wenn er nicht unscheinbar ist? Anscheinend.

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