Gestern habe ich angefangen „Schmidt liest Proust“ zu lesen. Es wäre nun interessant, daraus ein neues Buch nach dem Schema „Kassner liest Schmidt liest Proust“ etc, ein Schneeballeffekt also. Vor allem drängt sich aber die Frage auf, weshalb sich jemand das antut, freiwillig 3900 Seiten reinzuziehen, die nicht durchweg mitreißend geschrieben sind. Dazu gehört ziemlich viel Masochismus. Jochen Schmidts Buch ist „nur“ 608 Seiten lang, ein Zehntel davon habe ich gestern schon geschafft. Und wenn ich durch bin, kann ich endlich über Proust mitschwafeln, ohne da wirklich reingeguckt zu haben. Wieso gibt es eigentlich einige Schriftsteller, die gemeinhin als Größen der Weltliteratur gelten, obwohl sie nichts weiter als öde sind?
- Ein privates Blog von Jens Kassner zu Kunst, Literatur, Politik, Alltag und anderen Themen
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