Clauss Dietel wird 75

Der Name mag vielen Leuten nichts sagen. Doch wer in Ostdeutschland sozialisiert ist, kennt zumindest das Mokick Simson S 50, das immer noch zu Tausenden auf den Straßen zu sehen ist. Und vielleicht steht ja auch noch eine Erika- oder Cella-Schreibmaschine im Schrank, und möglicherweise hatte man ja (oder die Eltern) eine der legendären Kugelboxen, angeschlossen an rk 5 sensit. Neben diesen Dauerbrennern hat Dietel, meist in Kooperation mit Lutz Rudolph, über Jahrzehnte versucht, zeitgemäße Nachfolger für Trabant, Robur und W 50 zu schaffen, was von der bornierten Politbürokratie verhindert wurde.

Heute wird der Chemnitzer, wichtigster Produktgestalter der DDR, 75 Jahre. Herzlichen Glückwunsch!

Trabant P 603, Steilheckvariante, Entwurf von Dietel und Rudolph 1966.

Trabant P 603, Steilheckvariante, Entwurf von Dietel und Rudolph 1966.

(Bildquelle: Clauss Dietel und Lutz Rudolph – Gestaltung ist Kultur, Chemnitz 2002)

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Edit wird alt

Wie lange kann man von einem „jungen Literaturjournal“ sprechen? Bei der 50. Ausgabe vermutlich nicht mehr. Genau diese feiert das Leipziger Journal Edit gerade. Gestern ging es im Cafe Cantona an der Windmühlenstraße los, das fast so gut wie bei der Übertragung eines Championsleague-Spiels gefüllt war. Die Texte von Mara Genschel, Martin Lechner, Juliane Liebert und der Belgierin Els Moors waren allerdings keine leichte Kost.

Ganz mutig hat man den zweiten Teil der Party als Alternative zum großen Revolutionsgelichter für heute abend im UT Connewitz angesetzt. Neben Literatur gibt es da eine Tanzperformance von Martina Hefter und Musik von Jens Friebe & Band.

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Wenn der Postman zweimal aufklärt

Zu den Büchern, die ich mir ausgerechnet ins Diakonissenkrankenhaus mitgenommen hatte, gehört Neil Postmans „Die zweite Aufklärung“. Es ist bereits vor zehn Jahren geschrieben worden, verkaufsfördernd oder -hemmend kann die Kurzbesprechnung also nicht wirken. Aber das ist sowieso nie Absicht dieser werbefreien Seite.

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Straße der Besten

Bei all dem Jubiläums-Getöse rundum hätte ich fast vergessen, das Einjährige dieses Blogs zu feiern. Am 5. Oktober 2008 stand der erste Eintrag im Netz. Anlass genug, mal auf die Statistik zu schauen. Die (kommentierten)  Charts der meist aufgerufenen Artikel sehen so aus:

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Wir haben noch Platz

Vor zwei Wochen lud Leipzig 300 Hamburger Künstler zum dauerhaften Aufenthalt ein. Nun ergeben sich neue Betätigungsfelder. Paris will die Standmiete der 149 zugelassenen Straßenmaler auf Montmartre verdreifachen, was für die meisten existenzbedrohend ist. Können wir denen nicht auch eine Zukunft bieten? Während der Leipziger Baudezernent die Karl-Heine-Straße zum Klein-Hamburg machen möchte, bietet sich für die Pariser vielleicht die ohnehin schon multikulturell geprägte Eisenbahnstraße als neues Betätigungsfeld an.

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Geschafft

Wieder ein Wort gelernt: Septum. Eben jenes, also die Nasenscheidewand, hat mir Prof. Michalski am Dienstag gerade gerückt. Seit paar Stunden bin ich nun wieder zu Hause, aber noch etwas angeschlagen. Morgen schaffe ich es vielleicht wieder, einen „richtigen“ Blogeintrag zu bringen.

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Immer wieder aufbauend

Bei meiner unermüdlichen Suche nach positiven Gedichten habe ich wieder einen Treffer gelandet. Glaube ich jedenfalls, auch wenn man in der letzten Strophe vielleicht einen winzigen skeptischen Einwand entdecken kann. Doch dieser wird letztlich kraftvoll hinweggewischt. Stilistisch spricht mich vor allem die Alliteration „Des Himmels Helle heitert Herz und Haus“ an. Schade, dass diese Machart nicht konsequent durchgezogen wurde.

Gefunden habe ich das Werk im Neuen Deutschland vom 31. März 1957.

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Farbenlehre des Tages

Was kommt eigentlich raus, wenn man schwarze und gelbe Farbe mischt?

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Richtungswahl

Nach einem gestrigen Spaziergang weiß ich endlich, wen ich wählen soll. Plakate, die vor der Leipziger GfzK hängen, haben mir den Weg gewiesen.

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Das Wort zum (Wahl-) Sonntag

In letzter Zeit kann ich der Idee des bedingungslosen Grundeinkommens immer mehr Sympathie entgegenbringen. Nun weren gleich einige sagen: fauler Sack. Doch ganz ohne sinnvolle Tätugkeit rumzuhängen, kann ich mir nicht vorstellen, wohl aber, nicht dauernd über die Existenzfortsetzung nachdenken zu müssen. Nun hab ich mal geguckt, was die Parteien zu dem Thema sagen. Siehe da: Nichts! Von Linke bis NPD wollen alle Vollbeschäftigung schaffen (letzgenannte aber nur für Deutsche). Grundeinkommen ist kein Thema.

Also wird mein Sonntag wohl so aussehen: Lange schlafen, ausgiebig frühstücken, zeitig mit der Zubereitung eines komplizierten Mittagsgerichtes anfangen, dann auf dem Sofa die Fernsehprogramme durchzappen und wenn schließlich auf dem Bildschirm erste Hochrechnungen erscheinen, weiß ich, dass die Veranstaltung ohne mich gelaufen ist.

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