Die Stühle stehen ungeordnet in einem ansonsten leeren Raum, so als wären Studenten nach dem Seminar schnell ausgeschwärmt. Zurück bleibt nur eine zusammengesunkene Person. Elisabeth Voigt, Künstlerin und Hochschullehrerin, hat sich 1956 im Zustand der Resignation dargestellt.
Offiziell war sie zu dieser Zeit 58 Jahre alt, eigentlich aber schon 63, da sie als Studentin ihre Papiere manipuliert hatte. Die Fälschung kam erst nach ihrem Tode 1977 ans Licht. Es ist aber nicht in erster Linie das Alter, das Elisabeth Voigt zu schaffen machte. Wieder einmal konnte sie ihre künstlerischen Vorstellungen nicht frei umsetzen.
Dass der Name der Künstlerin heute immer noch so etwas wie ein Geheimtipp ist, hat verschiedene Ursachen. Mit dieser von Barbara John kuratierten Ausstellung kann sich daran endlich etwas ändern. Denn als Malerin und Grafikerin ebenso wie als Lehrerin ist Voigt ein wichtiger Bestandteil der Leipziger und überregionalen Kunstgeschichte. Weiterlesen


