Gut, dass wir mal drüber gesprochen haben – eine Diskussion über Kunstfreiheit im Zeitgeschichtlichen Forum

Der überraschendste Moment war, als Axel Krause sagte, dass in Deutschland die Kunstfreiheit nicht existenziell gefährdet sei. Warum er eigentlich an dieser Diskussion teilgenommen hat, obwohl er wiederum seinen Psychiater nicht mitbringen durfte, bleibt mir schleierhaft. Zumindest kann er nun nicht mehr behaupten, dass ja niemand mit ihm sprechen wolle. Und dieser offenbar selbst schwer gestörte Maaz kann nicht mehr von einem terroristischen Akt sprechen. Doch schon vorab betonte Krause, dass er ja die einzige regierungskritische Person auf dem Podium wäre, damit das rechtsradikale Klischee breittretend, dass alle Menschen Lemminge der Regierung seien, die nicht ebenfalls rechtsradikal denken und handeln.

Von der Ministerin auf Abruf Eva-Maria Stange kann man Regierungskritik nun wirklich nicht erwarten. Bei den anderen Mitdiskutierenden darf man aber zweifeln, ob sie sich als Mitläufer bezeichnen würden. Es waren Uwe Neumann (Kunsthalle Rostock), Christoph Tannert (Künstlerhaus Bethanien, Berlin) und Rüdiger Giebler (Hallenser Künstler). Moderiert wurde angenehm unaufgeregt von Jürgen Reiche, dem Direktor des Zeitgeschichtlichen Forums.

Im Unterschied zu der völlig misslungenen Diskussion vor einem Monat im MdbK ging es nun tatsächlich im gut gefüllten Veranstaltungssaal des ZF um den Begriff der Kunstfreiheit und deren Grenzen sowie um das Desaster um die diesjährige Jahresausstellung. Um in der zweiten Frage etwas weiter zu kommen, hätte allerdings der im Saal anwesende alte und neue Vorsitzende des Vereins Rainer Schade mit auf dem Podium sitzen müssen.

Während Neumann, der unter anderem eine Ausstellung mit dem hochrangigen SED-Funktionär Willy Sitte veranstaltete, keinerlei Gefährdung der Kunstfreiheit sieht, hat Tannert aus eigener Erfahrung einen etwas anderen Blick. Er wurde wegen einer von ihm verantworteten Ausstellung im Bethanien von Fanatikern der Political Correctness heftig angegriffen. Ministerin Stange wies aber zu Recht darauf hin, dass die Kunstfreiheit eigentlich nur von staatlicher Seite beschränkt werden kann, nicht durch noch so lautstarke Pressure Groups, auch wenn diese manchmal Erfolg haben wie beim übertünchten Gomringer-Gedicht. Das hängt nun aber an viel prominenterer Stelle neben dem Brandenburger Tor.

Auch Krause darf malen was er will, er stellt aus, ist nunmehr in der Artothek des Bundestages vertreten, veröffentlicht Abbildungen der Werke im Internet, äußert sich ebenda sehr intensiv. Seine Freiheit ist unübersehbar tatsächlich nicht gefährdet. Und er sitzt auf dem Podium einer Einrichtung der Bundesrepublik. Das ganze Geschwätz von DDR 2.0, Stasi etc. wird schon dadurch ad absurdum geführt.

Einigen seiner Groupies im Publikum gefiel aber nicht, dass seine Selbstdarstellung als „entarteter Künstler“ von den Mitdiskutanten nicht als Satire verstanden werden kann. Ich hatte Angst, dass zwei hinter mir sitzende Damen mir ins Genick kotzen. Dabei ist die Sache klar. Das ist keine Satire, sondern eine Verhöhnung der tatsächlichen Opfer der Aktion „Entartete Kunst“ und damit auch eine Verharmlosung des NS-Regimes. Und dass sich Krause völlig unsatirisch als echten Rassisten geoutet hat, wurde im Gespräch auch kurz angerissen.

Er beharrt darauf, dass alles, was nicht direkt gegen Gesetze verstößt, gesagt werden darf. Alles andere ist Moralisieren. Für ihn selbstverständlich im Sinne einer staatlich vorgegebenen öffentlichen Moral, gegen welche einige mutige Patrioten wie er selbst rebellieren. Ja, es gibt Moral, aber eine sehr differenzierte und zwiespältige. Sie ganz abzuschaffen, kann aber auch keine Lösung sein. Mir persönlich fällt es nicht ganz leicht, den Moralisten zu spielen. Ich wurde schon selbst häufig als Sexist oder alter, weißer Mann beschimpft, dem aktuellen Standardschimpfwort der PC-Fans, äh Fan*innen. Doch wenn dieser Krause eine Terrorzelle Revolution Chemnitz verharmlost und es zudem gut findet, dass deutsche Fußballer mit nicht ganz blasser Haut als Neger und Bimbos beschimpft werden und er den Journalisten, der das öffentlich machte, als weinenden Faschisten bezeichnet, der seinen inneren Totalitarismus noch nicht überwunden habe, sind meine moralischen Grenzen eindeutig überschritten.

Um dieses Erweitern des Sagbaren step by step ging es auch in der Diskussion, Klemperers LTI wurde angeführt, ebenso Sarrazin als Gegenpol. Eine gänzlich entmoralisierte Gesellschaft ist letzlich Barbarei.

Die eigentlich in der Praxis evidente Frage, wie Galerien, Vereine und Museen mit einem Künstler umgehen, der völlig unpolitische Bilder malt, aber sich als Privatmensch intensiv rechtsradikal äußert, konnte in dem Gespräch dann doch nicht beantwortet werden. Somit war die Überschrift der Veranstaltung „Was darf Kunst?“ auch ein Fehlgriff. Krause behauptet, sein Ausschluss aus der Jahresausstellung sei rechtswidrig und nur auf Druck von Spinnerei-Galeristen zustande gekommen. Andere meinen, Geldgeber wie die Sparkasse hätten interveniert. Ich bin mir sicher, dass tatsächlich äußerer Druck die Ursache war, von wem auch immer. Vielleicht hätte man die diesjährige Jahresausstellung tatsächlich komplett absagen sollen, wie es einen Tag lang mal hieß.

Nichts ist ausgestanden. Nun ist die Debatte über Neo Rauchs Anbräuner-Bild zwar abgeflaut, das Thema aber nicht ausdiskutiert. Und sollte der Albtraum einer schwarzbraunen Koalition in Sachsen wahr werden, könnten sich auch andere Künstler aus der Deckung trauen.

Auf die Gefahr hin, immer wieder als Idiot, geisteskrank, dumm oder eben als Moralist bezeichnet zu werden, ist meine Meinung, dass man Leuten wie Krause energisch widersprechen muss. Und dabei fühle ich mich ziemlich einsam. Außer Thomas Gatzemeier und Ralph Hälbig tut das kaum jemand, gelegentlich noch Ullrich Thaler.

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23 Antworten auf Gut, dass wir mal drüber gesprochen haben – eine Diskussion über Kunstfreiheit im Zeitgeschichtlichen Forum

  1. Ich gehe absolut d’acor mit den Ausführungen zu Krause und nur kurz angerissen zum Verein. Weil eben die „äußeren Einflüsse“ tatsächlich auf dem Tisch lagen bei der MV am 20. Juni geriet der Verein unter Druck. Krause war ein Rechtfertigungsbeispiel par exellence. Denn bis zur Ausladung wurde seine Teilnahme intern (Mailwechsel liegt vor) vehement verteidigt. Die Krause-Ausladung war m.E. eine Einzelentscheidung des Vorstands, nicht des Vereins (Mitglieder wurden nicht befragt, sondern nur über PM informiert – wenn überhaupt). Bei der MV waren die Galerien genannt worden, Krauses Äußerungen auf Facebook mit der üblichen Rechtsfertigungslyrik und auch monetäre Probleme. Z.B. wird die Ur-Krostitzer Brauerei u.a. als Förderin genannt. Mir gegenüber verneinte man diese Position einzunehmen (Stand Juli 2019). Die Gelder (5000 EUR) von der Kulturstiftung Sachsen sind 2019 weg gefallen. Kurzfristig (Juni 2019, seit April gehangelt) konnte ich über Dritte aus der Leipzigstiftung Gelder (5000 EUR) akquirieren. Was Krause angeht; er war schon in den Neunzigern der „Nazi-Krause“ an der HGB-Abendakademie, und auch Schade hat das gewusst. Wenn er das verneint, sagt er nicht die Wahrheit. Er war zu dieser Zeit um 1995 regelmäßig „zu Gast“ an der Abendakademie. Das Gerede über Krause konnte er nicht ignorieren.

  2. admin sagt:

    Nach der Kündigung der Vertretung durch die Galerie Kleindienst habe ich selbst mit Rainer Schade darüber gesprochen. Er meinte, das sei doch aber so ein netter, umgänglicher Mensch. Er wusste Bescheid über Krauses politische Haltung. Aber die Frage ist eben nun, darf man deswegen jemanden, der von der vielköpfigen Jury im mehrstufigen Wahlverfahren (ich war selbst mal als Gast dabei) ausgewählt wurde, nachträglich ausschließen? Ich hätte nicht für ihn bei der Auswahl gestimmt. Sowieso war er schon früher vertreten, es gibt in Leipzig Hunderte gute Künstler. Ich frage auch nicht, wer für ihn gestimmt hat. Juryentscheidungen sind geheim, klar. Dennoch ist mir das Verhalten des Vorstandes unverständlich. Haben sie wirklich geglaubt, dass es reibungslos durchläuft?

    • Ja, Axel Krause ist nett und umgänglich. Aber das was und wie er sagt, ist explosiv. Ich habe in der 70. Ausgabe der Leipziger Zeitung ausgeführt, und z.T. auch in der L-IZ und LZ zuvor, das die Schrittfolge:
      – vehemente Verteidigung der Enscheidung (Vorgeschlagen v. einer bekannten Prof.in aus der HGB) als demokratisch gesetzt
      – Ausschluss Krauses wegen seinen Äußerungen
      – Rücktritt des Vorstands und damit Handlungsunfähigkeitsmachung des Vereins
      – Einsatz eines kommissarischen Vorstands gleichen Personals außer einer Person
      – Wiederwahl des alten Vorstands außer einer Person
      – zwischenzeitliche illegale Fortführung der Ausstellung ohne Beschluss der Mitglieder

      vereinsdemokratisch zu beanstanden ist. Der Vorstand hat unredlich gehandelt und handelt immer noch unredlich. Meine Berichte werden ständig als falsch abgetan, obwohl sie quellenbasiert und abgesichert sind. Was die zu einem sagen, ist aus m.S. mit Vorsicht zu genießen. Auch zu dem Umstand des Walleneit-Dibonds, wozu es im übrigen eine Polizeiuntersuchung gab, weil man der Anzeige gegen Unbekannt nachgehen musste. Die Polizei stellte mutmaßlich herbei geführte Sachbeschädigung fest. Selbst diese Einschätzung lehnt der Vorstand in persona Schade als unwahr ab. Steht alles in der LZ 70.
      Und ja; man dachte, dass die Vogelstraußtaktik ausreichend wäre. Man lehnte strikt Besuche von bspw. Arne Linde während des Aufbaus ab, außer einer externen Vorstandsperson, wollte man auch keine Podiumsdiskussion stattfinden lassen. Man befürchtete eher Sachbeschädigungen seitens „linksradiker“ Aktionen. Presseanfragen von einem Journalisten der Sueddeutschen wurden mit einer bereits vorbereiteten Pressemitteilung beantwortet. Wenn Du mich fragst, war alles dilettantisch. Zu Schade hatte ich immer gesagt, dass der Verein die Diskussion an sich reißen und führen müsse. Das ist nicht geschehen. Ich denke, sie alle waren schlichtweg überfordert. Man hat diese Entwicklung und Bedenken Causa Krause schlichtweg beiseite gewischt. Sie waren aber vorhanden. Es wäre einfach gewesen, den Vorschlag mit der Begründung unter den Tisch fallen zu lassen, dass Krause bereits mehrfach zu sehen war – zuletzt 2013. Da hat es kein Schwein interessiert, dass er rechtsradikale Äußerungen (noch nicht auf Facebook) unternahm.

    • rosi haase sagt:

      ja, das ist für mich der wichtigste satz: in leipzig gibt es hunderte gute künstler.
      das wäre doch viel spannender, die zu präsentieren.
      den sogenannten malerfürsten (rauch, krause) ist ihr finanzieller erfolg irgendwie ins gehirn gestiegen, scheint mir. und ein kluger freund meinte zu axel krause: “ der kann schon malen…aber der charakter schlägt auch in den bildern irgendwie immer durch „.

  3. admin sagt:

    Interessant zu hören. Da ich kein Vereinsmitglied bin, werde ich mich aber nicht in die Interna einmischen. Das muss der Verein selbst klären. Mich geht es nur insofern was an, dass ich in dem Beirat für Fördermittelanträge der Sparte Bildende Kunst sitze und da über die Vergabe von Mitteln für das kommende Jahr beraten wird. Da ist mir etwas mulmig. Wegen Walleneit bin ich allerdings skeptisch. Da soll also jemand nachts eingedrungen sein ohne Spuren zu hinterlassen und hat nur dieses eine Bild zerstört, das in keinem Zusammenhang mit der Krause-Debatte steht? Wenig glaubwürdig.

    • Tja, mir auch schleierhaft. Aber ich habe die Fotos gesehen. Scheint zu stimmen. In dem Fall spielen sicher auch ihre vereinskritischen Äußerungen in einigen Interviews eine Rolle. Da es sich um laufende Ermittlungen handelt, will ich mich dazu nicht mutmaßend äußern. Gebe nur das wider, was mir angetragen wurde bzw. was ich abgleichen konnte. So sieht es aus, dass Aussage gegen Aussage steht. W. meint, ihr Werk wäre mutmaßlich herunter geholt / zerstört worden. Der Verein meint, das wäre während der Anwesenheit einiger Vereinsmitglieder geschehen, ohne Zutun eines Dritten. Die Wahrheit scheint irgendwo dazwischen zu stecken. Noch wissen wir es nicht.

  4. Selbstverständlich darf „alles, was nicht direkt gegen Gesetze verstößt, gesagt werden“. Lebten wir in einere Demokratie, wenn dem nicht so wäre? In einer Demokratie ist alles erlaubt, was nicht ausdrücklich (durch Gesetz) verboten ist. In einer Diktatur ist dagegen alles verboten, was nicht ausdrücklich erklaubt ist. Wer also bezweifelt, daß „alles, was nicht direkt gegen Gesetze verstößt, gesagt werden darf“, ist für Diktatur.

    • admin sagt:

      Darum darf eben Krause auch seinen Senf absondern. Was er und seine Fans aber nicht akzeptiereren wollen ist, dass auch massiver Widerspruch zur Demokratie gehört. Wenn man ihnen aber auf die Füße tritt, schwafeln sie gleich von DDR 2.0, Blockwart, Stasi und so weiter. oder von Geisteskrankheien. Die AfD will eine Diktatur mit Eingriffen in Kunst- und Meinungsfreiheit, so wie das in Ungarn, Polen, Russland und anderen Ländern passiert. Es geht darum, dass mit manchen Aussagen, die nicht direkt strafbar sind, der Weg für radikale Aktionen vorgegeben wird. So hat die Obervertriebene und Krause-Freundin Erika Steinbach ohne erkennbaren Anlass wenige Wochen vor der Ermordung Walter Lübkes (CDU-Mitglied wie einst Steinbach) darauf hingewiesen, dass der seine Strafe noch nicht bekommen habe.

      • Es geht nicht darum, ob Herr Krause oder sonst irgendwer „auch seinen Senf absondern“ darf, sondern, daß mißliebige Meinungen mit handfesten (im übertragenen und im wörtlichen Sinne) Sanktionen belegt werden, im Fall von Herrn Krause eben mit dem Ausschluß aus einer Ausstellung. Und es ist ja noch schlimmer: Man muß garnichts „abgesondert“ haben, es genügt schon mit dem Vorsitzenden einer mißlibigen Partei zu Mittag gegessen zu haben, um seinen Job zu verlieren.
        Zum Verhältnis von Kunst und Meinung/Moral: Wieso ist ein Künstler verpflichtet, eine bestimmte Meinung zu haben oder wieso darf er bestimmte mißlibige Meinungen und moralische Haltungen nicht haben? Künstler machen Kunst. That’s all! Es gibt genügend Künstler, deren Lebenswandel moralisch sehr fragwürdig ist: Auf die Schnelle fällt mir zuerst Puccini ein und Richard Wagner war ein expliziter Antisemit. Sind deswegen deren Werke schlecht und müssen sie deswegen boykottiert werden (Daß wir uns nicht mißverstehen: Ich mag weder Puccini noch Wagner, aber das aus ästhetischen Gründen.).

        • admin sagt:

          Im Rumopfern sind die Rechtsradikalen unschlagbar. Krause hat von seinem politischen „Engagement“ finanziell ausschließlich profitiert. In einer durch kommunale Mittel geförderten Ausstellung hat ein Demokratiefend aber nichts zu suchen. Dass er überhaupt nominiert wurde, ist ein Versagen des Vorstandes der LIA.
          Künstler wie auch alle anderen Menschen müssen keine bestimmte Meinung haben, da existiert ja auch in der Praxis eine große Vielfalt. Nur AfD-Fans finden, dass alles, was nicht rechtsradikal ist, links-grün versifft sei. Aber die Trennung von Werk und Person halte ich nicht für sinnvoll, auch dann nicht, wenn sich wie bei Krause aus dem Werk keine politischen Haltungen herauslesen lassen (jedenfalls für mich nicht). Übrigens habe ich aufgehört, in Krauses FB-Account zu kommentieren, als er mir vorwarf, ich sei ja kein richtiger Journalist, obwohl ich nie seine künstlerische Produktion kritiert habe, nur seine politischen Haltungen. Aber wer keine Argumente hat, muss dann eben persönlich werden.
          Nochmal: Das Äußern missliebiger Meinungen im Sinne der AfD kann zum Mobbing mit Rücktritt von Posten wie bei den Bürgermeistern von Trögltz und Arnsdorf führen oder zum Mord wie bei Lübke. Aber Kunstmaler Krause ist natürlich ein armes Opfer!

          • Sie eifern ja Herrn Krause im „rumofpern“ gut nach: Weinen Sie doch noch ein bißchen mehr, daß er gut verdient.
            Übrigens: Sätze mit „nur“ und „alles“ („Nur AfD-Fans finden, dass alles, was nicht rechtsradikal ist, links-grün versifft sei.“), mit „nichts anderes als“ u.ä. sind immer falsch, weil einseitig. Es genügt, da es sich dabei um Allaussagen handelt, ein einziges Gegenbeispiel, um sie zu widerlegen. Für Leute, die es nicht ganz so mit der elementaren Logik haben: Wie war das noch gleich mit „keine Pauschalisierungen“?

            Soso, die Trennung von Werk und Person halten Sie nicht für sinnvoll. Auch da mal ganz elementar gefragt: Werk un d Person ist also ein und dasselbe? Muß man also jeden Künstler an sein Werk anketten? Ist jede Interpretation von Kunstwerken über das hinaus, was der Künstler selbst gesagt hat, verboten? Was machen wir denn dann mit Kunstwerken von Künstlern, über die wir nichts wissen?
            Ja sicher ist auch das Mobbing von Bürgermeistern verwerflich. Heißt das aber, man dürfe Bürgermeister (und andere Politiker) nicht kritisieren? Und: Einen Zusammenhang der AfD mit dem Mord an Herrn Lübke gibt es – soweit man den polizeilichen Ermittlungen entnehmen kann – nicht. Wollen wir jetzt aufrechnen: Deine Toten – meine Toten, Deine Mobber – meine Mobber?

  5. admin sagt:

    Sie kommen ja richtig in Fahrt. Womit genau bin ich Ihnen derart auf den Sack gegangen? Im Verdrehen sind sie so gut wie jeder Rechtsradikale. Ich weine nicht, dass Krause Geld verdient. Von mir aus kann er Millionär werden wie sein Kumpel Rauch. Nur in einer aus kommunalen Mitteln finanzierten Ausstellung hat ein Faschist nichts zu suchen. Erkennen Sie den Unterschied?
    Und die AfD im heutigen Zustand und ihre Anhänger bezeichne ich pauschal als faschistisch. Was denn an Leuten wie Meuthen oder Weidel „gemäßigt“ sein soll, erkenne ich nicht. Auf das einzige Gegenbeispiel, dass Krause oder ein anderer AfD-Fan anerkennt, dass es ein breitgefächertes politisches Spektrum jenseits des Rechtsradikalismus gibt, bin ich gespannt. Ich habe mehr als einmal bei ihm kommentiert, dass ich eine ganz andere politische Haltung als Merkel, Seehofer, Scholz oder Lindner habe, diese aber nicht als Nazis bezeichne. Postwendend kommt die Behauptung, ich würde alle, die nicht meiner Meinung sind, als Nazis bezeichnen. Es tut mir wirklich leid, dass ich Krause mal in einem Zeitungsartikel hochintelligent genannt habe. Er hat sich nur eine langsame Sprechweise antrainiert, die den Eindruck erweckt, er überlege sich jeden Satz genau. Wenn man dann aber verfolgt, was er von sich gibt, ist es das gleiche dumme und verlogene Standardrepertoire der Rechtsradikalen.
    Und wenn sie lesen könnten, hätten Sie mitgekriegt, dass ich Krauses politische Äußerungen, aber noch nie etwas zu seinen Bildern gesagt habe. Aber Künstler und Werk sind nicht zu trennen. Darum muss man auch sagen, dass der begnadete Maler Nolde ein glühender Nazi war. Und dass die Verleihung des Nobelpreises an Handke, der den Genozid serbischer Truppen relativiert, ein Fehler ist. Krause selbst verharmlost die terroristische „Revolution Chemnitz“, so wie Sie die rechte Einschüchterung gegen Bürgermeister als „Kritik“ verharmlosen. Dass Erika Steinbach auf Lübcke hingewiesen hat, hatte ich auch schon geschrieben. Mit dem Lesen ist es bei Ihnen wirklich nicht so weit her. Die AfD ist der politische Arm des Rechtsterrorismus.

    • Ahja, jetzt kommt der Verschissmuss. Das war zu erwarten: “As an online discussion grows longer, the probability of a comparison involving Nazis or Hitler approaches one.” (https://de.wikipedia.org/wiki/Godwin%E2%80%99s_law). Haben Sie keine anderen Argumente? Und vergessen Sie nicht, sich bei den gfottlob toten NAZIS zu bedanken, daß es sie geben hat, denn was sollten Sie sonst argumetieren?: Sie haben gerade viele, „die nicht meiner Meinung sind, als Nazis“ bezeichnet. Es verlangt allerdings auch niemand von Ihnen, mit Herrn Krause oder sonstwem einer Meinung zu sein und Sie müssen auch nicht mit jeder Nobelpreisverleihung einverstanden sein (Bin ich auch gelegentlich nicht.).
      Aber kommen wir doch mal auf meine Sachfrage zurück, die Sie nicht beantwortet haben: Werk und Person ist also ein und dasselbe? Muß man also jeden Künstler an sein Werk anketten? Ist jede Interpretation von Kunstwerken über das hinaus, was der Künstler selbst gesagt hat, verboten? Was machen wir denn dann mit Kunstwerken von Künstlern, über die wir nichts wissen?
      Apropos „politischer Arm“: Herrn Laschets Haßrede, man müsse die AfD „bis auf Messer bekämpfen“ arbeitet zweifellos als „politischer Arm“ nicht dem Rechtsterrorismus, sondern dem Linksterrorismus zu.

      • admin sagt:

        Oh, Sie haben ein Wikipedia-Studium abgeschlossen. Als Ergänzung empfehle ich die bewährte Youtube-Akademie. Nein, die Nazis sind nicht tot. Ein Höcke lebt, ein Bachmann und ebenso Vogelschiss-Gauland. Dass Sie nun mit Laschet kommen, ist symptomatisch. Er gehört zur konservativen CDU, ist dort eher rechts der Mitte zu finden, für Sie aber ein Linker. Da haben wir es wieder. Alle die nicht rechtsradikal sind, sind links. Q.E.D.
        Mit dem Lesen haben Sie es wirklich nicht so. Dass Werk und Künstler zusammengehören ist für Sie „Werk und Person ist also ein und dasselbe?“. Schaun Sie mal bei Sprachkursen auf Youtube rein. Zwischen „nicht zu trennen“ und „ein und dasselbe“ legen semantische Gräben. Nein, ich muss nicht mit Ihnen, Krause oder seiner Galeristin Sehmsdorf einer Meinung sein. Und auch nicht mit Laschet, den ich aber nicht als Nazi bezeichne. Die AfD strebt eine Machtergreifung mit katastrophalen Folgen an. Dagegen ist entschiedener Widerstand nötig.

        • Interessant, Sie wissen besser, was für mich ein „Linker“ ist, als ich selbst. Ja und?: Was ist nun z.B. mit dem Messer-Aufruf des konservativen Herrn Laschet? Es lassen sich weitere Beipiele finden, manche etwas gemäßigter, manche heftiger: „Mischpoike“, „Pack“, „Dunkeldeutschland“, „Rattenfänger“ ….
          Sie nennen sich ja Journalist und da sollten Sie doch wohl in der Lage sein, zwischen einem Aussagesatz und einem Fragesatz zu unterscheiden. Also nochmal ganz langsam: Eine Frage ist ein Satz, hinter dem ein Fragezeichen steht, das so ? aussieht. Also nochmal: Was meinenen Sie mit Ihrer Aussage „Künstler und Werk sind nicht zu trennen“? Gibt es Künstler in Vergangenheit und Gegenwart, deren Werke man als großartig schätzen und selbsverständlich auch unzensiert drucken, aufführen bzw. ausstellen muß, obwohl ihre Moral – gelinge gesagt – sehr fragwürdig und/oder ihre Meinungen sehr – ebenso gelinde ausgedrückt – problematisch sind.

  6. admin sagt:

    Der Antisemit Wagner wird auf jeder Opernbühne aufgeführt. Der Nazi Nolde wird ausgestellt. In Leipzig wurde vor paar Jahren sogar Richard Müller gezeigt. Auch Krause darf ungestört ausstellen. Von welcher Zensur reden Sie denn? Man muss aber auf die politische Haltung dieser Leute deutlich hinweisen. Das ist z.B. bei der Nolde-Ausstellung in Leipzig 2017 nicht geschehen, darin liegt das Problem.

  7. admin sagt:

    Alles klar. Ich schreibe: „Man muss aber auf die politische Haltung dieser Leute deutlich hinweisen.“ Pawliczak sagt: „Also ist Künstler und Werk doch zu trennen. q.e.d.“ Rechtsradikale Logik eben. So wie das oben von mir dargestellte „Der bezeichnet jeden, der nicht seiner Meinung ist, als Nazi.“

    • Lothar W. Pawliczak sagt:

      Alles klar: Jeder, der etwas von etwas anderem unterscheiden – diskriminieren – will, ist ein NAZI. So geht Verschissmuss. Linksradikale Logik eben.

      • admin sagt:

        Was will dieser Vogel immer mit „Verschissmuss“ Was neues gelernt? Sehr originell. Strunzdumm. Und dass man nicht links sein muss, um gegen Nazis zu sein, geht in ein braunes Resthirn eh nicht rein.

  8. Carlos Wefers Verástegui sagt:

    Lieber admin,

    nehmen Sie das Grossmaul Pawliczak doch nicht so ernst! Der Mann hat noch weniger drauf als Gereon Breuer, und der ist schon bodenlos.

    Schauen Sie mal hier herein https://www.amazon.de/gp/product/3844800492/ref=dbs_a_def_rwt_hsch_vapi_taft_p1_i0

    „Der Autor hält sich für einen ausgesprochenen Venedig-Kenner (seine im Buch veröffentlichte E-Mail-Adresse lautet jedenfalls so) und meint, mit seinem „Wissen“ die Welt beglücken zu müssen. In Wirklichkeit ist er nur ein Aufschneider, der – bloß weil er ein paar höfliche japanische Touristen durch Venedig geführt hat, die nicht schnell genug weglaufen konnten – tatsächlich das Wesen der Stadt nicht verstanden hat.

    Dafür spickt er sein Buch mit vollmundigen Aussagen und versucht diese mit einer ewigen Litanei von Quellen zu unterfüttern, die den Leser am Ende doch nur ermüden und ihn dabei kein bisschen schlauer machen.

    Da wundert es nicht, dass sich dem Leser nicht erschließt, an welche Leserschaft sich der Autor überhaupt wenden möchte. Historiker wird er mit der Aneinanderreihung fremder Quellen und der daraus geschlussfolgerten Binsenweisheiten wohl kaum beeindrucken und Touristen wird er damit nur langweilen. Vielleicht könnte ein rein berufliches Interesse eines Lektors bestehen, dann jedoch nur, um das Buch komplett umzuschreiben.

    Aus meiner Sicht wurde das Buch nur aus einem einzigen Grund geschieben: Um des eigenen Egos willen. Anders lässt sich meines Erachtens auch nicht erklären, dass der Autor meint, Marcel Reich-Ranicki hätte nichts bessere zu tun, als dieses Buch zu lesen. Die Krönung ist aber freilich die Eigenrezension, die der Autor bei Amazon veröffentlicht hat und die wohl eine pseudo-neutrale Gegenüberstellung von Kritik und Lob darstellen soll. Tatsächlich ist es aber einfach nur armselig und unglaublich einfallslos. Von daher passt es zu den vielen Rechtschreibfehlern, der oberlehrerhaften und selbstdarstellerischen Schreibweise und dem schlechten Buchsatz.

    Sparen Sie sich das Geld für gute Reiseführer mit ordentlichen Bildern und einer lebendigen Erzählweise und bieten Sie dem Autor nicht die Bühne, sich weiter zu inszenieren. Er hat es nämlich überhaupt nicht verdient.“ – so ein Zeitgenosse ist das.

    • Lothar W. Pawliczak sagt:

      Schau an, auch hier muß der komische Herr Verastergui seinen Senf dazugeben. Allerdings hat er in einem Recht: Natürlich ist mein Venedig-Buch (verkauft sich übrigens recht gut) um des eigenen Ehos Willen geschrieben – wie wohl jedes Buch auf der ganzen Welt. Allerdings: Soviel sollte man von Herr Reich-Ranicki wissen, wenn man über ihn was sagt: Er hat nie Bücher/Manuskripte gelesen, die ihm vom Autor zugeschickt wurden. Immerhin hat er meine Vorabanfrage zur Widmung nicht wiedersprochen, sondern seine Sekretärin ein kurzes, sehr allgemeines (Wirklich mehr hatte ich auch nicht erwartet.) Dankschreiben an mich schicken lassen.

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