Kleine Pause

Die nächsten zwei Wochen wird hier wohl nichts Neues erscheinen, außer ich finde in Portugals Süden einen WLAN-Hotspot. Und dann der Rückflug – am 11. September 2011!

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Georg Dick ist tot

Häufig steht bei irgendwelchen Verbrechen oder auch nur Unfällen mit Toten auf den Orten der Trauer auf eilig angebrachten handschriftlichen Schildern „Warum?“. Dabei ist das zumeist ganz klar: Jemand wollte morden oder es ist eben ein blöder Unfall geschehen. Als ich aber heute in einer Mail las, dass der Chemnitzer Künstler Georg Dick „plötzlich und unerwartet verstorben“ sei, wollte ich es erst einmal nicht glauben. Bei der Suche im Internet stieß ich dann auf die Meldung der Freien Presse, dass er sich am 25. Juli das Leben genommen hat.

Mit 40 Jahren. Also einer der wenigen jungen Künstler, die Chemnitz noch hatte (mit 40 gilt man in der Bildenden Kunst noch als Nachwuchs). Ich kannte ihn seit vielen Jahren. Neben der hintergründigen Ironie seiner Bildern gefiel mir auch sein (scheinbar?) unbeschwertes Wesen. Ganz gut kann ich mich an einen Pfingstsonntag bei Siebenborns in Pobershau erinnern, wo wir im Bach badeten, Fußball spielten und gebackene Holunderblüten aßen.

Nun ist Georg Dick tot. Warum? Ich verstehe es nicht und bin traurig.

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Wer´s nötig hat

Mitten in Salzburg.

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Bröckelndes Elfenbein

Dass ich dieses Jahr nicht wieder ein Freiexemplar der Tippgemeinschaft, also der Jahresanthologie des Deutschen Literaturinstituts, mit Bitte um Rezension erhalten würde, war abzusehen. Also habe ich die Tippgemeinschaft 2011 käuflich erworben. Etwas Masochismus ist da schon dabei, hat mich doch noch keine Ausgabe seit der Erstlektüre 2004 wirklich mitgerissen. Weiterlesen

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Was ist denn nun die Konservative Revolution?

Irgendwie hat er ja recht, der Chef der Blauen Narzisse Felix Menzel, wenn er beleidigt ist und deswegen Anzeige erstattet. Die Schnittmenge zwischen den Blauen Narzissten und dem Attentäter von Oslo sollte tatsächlich genauer und tiefgründiger herausgearbeitet werden als in meinem ersten Beitrag zum Thema. Den habe ich vorläufig zurückgenommen, um etwas genauer zu werden. Weiterlesen

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Arbeit über alles?

Auch wenn sich zweifelnde Stimmen mehren, gilt immer noch für alle relevanten politischen Kräfte in der Bundesrepublik Deutschland das Dogma, dass Arbeit einen Wert an sich darstellt, dass also die Schaffung oder Erhaltung von Arbeitsplätzen eines der höchsten politischen Ziele darstellt, dem man im Falle des Abwägenmüssens schnell andere Prämissen opfert. Dem schließen sich die Grünen an, Gralshüter der Ökologie, obwohl die heutige Arbeit gigantische Ressourcen vernichtet ohne Notwendigkeit. Und es schließen sich die Linken an, soweit die Arbeit „gerecht“ entlohnt wird. Höchstens die NPD schränkt ein: Arbeit nur für Deutsche!

Wenn ein neues Werk zur Produktion spritfressender Luxuskarossen am eigenen Stadtrand gebaut wird, jubeln alle im Chor. Es werden doch Arbeitsplätze geschaffen, dann muss man die Kollateralschäden mal nicht ganz so ernst nehmen. Weiterlesen

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Sparsames Gedicht

Da ich gerade die Tippgemeinschaft 2011lese, habe ich mich an das Poetron erinnert, den automatischen Gedichtgenerator  eines Mittweidaer Mathematikers. Und tatsächlich hat mir die Maschine ein wunderbares Poem ausgespuckt:

Sparende Minister


Warum sparen die kräftigen Minister?

Sparender Darm: Sie sparen und drohen verdammt so kräftig.

Aber?!

Drohen sie beknackt und mild?

Sieh nur: Sie sparen verdammt so froh!

Schäuble – sie wird dies verraten,

Danke!

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Visuelle Miniatur Nr. 4

Auf dem Weg nach Ultu und zurück.

Auf dem Weg nach Ultu und zurück.

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Linientreu

„Lyrik trifft Linie“ nennt sich ein Band, der zumindest durch das Querformat 20 zu 12 Zentimeter aus dem Rahmen fällt. Die Gedichte hat Klaus Meier geschrieben, ein bekennender Dessauer. Die Grafik stammt von Kati Kreklau, die wohl stärker zu Ortsveränderung neigt. Es ist ein Wendeband, man kann ihn von hinten und vorn lesen, sofern man nicht vergisst, an einem bestimmten Punkt die Haltung des Büchleins zu variieren.

Nun ist der Gedanke, Lyrik mit Grafik zu verbinden, nicht so ganz neu. Bei Meiers Gedichten bietet sich das aber besonders an. Sie sind selbst bildreich. Etwa wenn er über einen Avantgardisten schreibt: Weit ausgeholt. Ein kühner Strich ins Weiß. / Ein Lineal im Kopf für jeden der´s / noch immer nicht, nicht / besser weiß. Metaphern aus dem Bereich der Bildkunst sind bei ihm keine Seltenheit.

Meier schreibt ganz traditionelle Gedichte. Man könnte sie fast als altmodisch bezeichnen, auch wenn sie sich selten in herkömmlichen Versen ordnen und reimen. Doch sie sind  trotz ausgiebiger Innenschau nicht derart verrätselt und vorsätzlich „schwierig“ wie ein Großteil heutiger Lyrikproduktion. Und ebenso wenig kitschig, wie der dann zumeist ins Feld geführte Gegenbeweis.

Kati Kreklaus Illustration sind wie das Buch eigenartig zweigeteilt. Zum einen sind es lakonische Kritzelzeichnungen. Diese gefallen mir deutlich besser als die sorgfältig mit Schraffuren ausgearbeiteten anderen Bilder. So schön die ungewöhnlichen Dimensionen des Buchs auch sind, den häufig im Hochformat angelegten Grafiken tut es nicht gut. Die geraten bei reichlich Platz rundum zur Briefmarkensammlung.

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Was für eine Frau!

Keine Himmelsscheibe, kein Ötzi, keine Nophretete. Dem entstehenden Haus der Archäologie in Chemnitz fehlt das Zugpferd. Zum Glück hat nun Osmar Osten eine Expedition in die Tiefen seines Ateliers unternommen und ist fündig geworden. Stolz präsentiert er die „Venus von Chemnitz“. Im direkten Vergleich zu ihrer berühmten österreichischen Kollegin macht sie wirklich keine schlechte Figur.

Venus von Chemnitz

Venus von Chemnitz

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