Aus meiner Leserpost

Sehr geehrter Herr Kassner,

als konservativer Künstler, der aus Angst vor linkem Vandalismus nicht in Hamburg-Ottensen ausstellt, obwohl ein linksliberaler Malerfreund von mir dies gerade in der mietbaren „Befürfnisanstalt“ gemacht hat, lese ich Artikel wie Ihren natürlich „gegen den Strich“, denn ich erlebe Gewalt und Unfreiheit genau spiegelverkehrt, nämlich von links kommend. Auf die allgegenwärtigen Gewaltaufrufe gegen Konservative auf jedem zweiten Laternenmast hier möchte ich gar nicht weiter eingehen. Gegen solche Informationen immunisiert sich das linke Lager ja mit dem
hämischen Hinweis, Andersdenkende würden sich „zu Opfern stilisieren“.

Ebenfalls gegen den Strich liest Herr Tichy die Toleranzsorgen linker Kulturherrschaft:

https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/aus-aller-welt/kunst-und-kultur-sind-links/

Wenn man nun versucht, Struktur in diese absurde Diskussion zu bringen, in der die Diskutanden sich wechselseitig einen identischen Vorwurf machen, dann hilft vielleicht die Idee der asymetrischen Auseinandersetzung.

Das linke Lager kämpft vorzugsweise mit Mobbing (gegen Tellkamp und Krause, um nur zwei Beispiele zu nennen) und Straßengewalt, die vom Staat finanziert werden (Förderprogramm gegen Rechts des Bundesfamilienministeriums und die Rote Flora, um nur zwei Beispiele zu nennen).

Das konservative Lager verlangt, die Finanzierung einer linken Kunstszene durch linksliberale Regierungen zurückzufahren, sowie staatlicherseits konservative Gegenstimmen zu fördern.

Das entspricht der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts zur Frauenförderung, wenn man als Ziel annehmen würde, dass der Staat die Kunst so fördert, dass alle in der Gesellschaft vertretenen Meinungen darin angemessen vorkommen. Dann gäbe es zB 15% Kunstausstellungen von Konservativen, statt 100% linker Organisatoren. Die Begleitexte der aktuellen, linken Museumspädagogik ignoriere ich schon seit Jahren bewussst, wenn ich Ausstellungen zB in der Hamburger Kunsthalle oder dem Bucerius ansehe. Wenn es dem Staat dann auch noch gelänge, solche konservativ organisierten Ausstellungen gegen linken Vandalismus zu schützen, würde ich es sogar wagen, meine „Kinder“ (Originalwerke) der Öffentlichkeit auszusetzen.

Derzeit sehe ich mich als Nichtlinker leider im Untergrund eines illiberalen „demokratischen Rechtsstaates“.

Mit freundlichen Grüßen

Joachim Schrecker
Hamburg
(wo ich zum Schutz vor linker Gewalt nicht auf dem Klingelschild stehe, daher auch hier keine genaue Anschrift)

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